Forschungsinstitut IDC

Das Forschungsinstitut IDC ist ein Department der Wilhelm Löhe Hochschule.

In einem interdisziplinären Team werden Themen und Fragestellungen des Gesundheits- und Sozialmarktes im Rahmen eines umfassenden Forschungsansatzes untersucht.

Gesellschaftliche Entwicklungen ...

Gesellschaftliche Entwicklungen, wie die Folgen des demographischen Wandels, veränderte Familienkonstellationen, der Fachkräftemangel, der medizinisch-technische Fortschritt, sowie die Zunahme chronischer Krankheiten, stellen alle post-industrialisierten Gesellschaften vor große Herausforderungen.

... erfordern neue Formen der Versorgung.

Diese Herausforderungen erfordern innovative Lösungen in Form von technischen Assistenzsystemen, neuen (Kommunikations-)Prozessen und Arbeitsweisen, sowie veränderten Organisations- und Finanzierungsformen. All diese Ansätze führen zu qualitativen und quantitativen Veränderungen von Versorgungsprozessen und werfen eine Reihe von zu klärenden Fragestellungen auf. 

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Mensch – Technik – Ökonomie im Gesundheits- und Sozialmarkt

Die Gesundheitswirtschaft ist eine Wachstumsbranche auf Expansionskurs, die mit einer Wachstumsrate von 3,5% deutlich schneller wächst als die Gesamtwirtschaft mit 2,4%. Im Jahr 2013 konnten rund 230.000 Unternehmen eine Bruttowertschöpfung von ca. 268 Mrd. Euro erzielen. (1)

In solch einem dynamischen Umfeld sind permanente Anpassungsprozesse von großer Bedeutung. Treibend sind hier vor allem

  • der technische Fortschritt.
    Nach Angaben des Europäischen Patentamts in München ist die Medizintechnikbranche mit über 11.100 Patenten (7% aller Patentanmeldungen) im Jahr 2014 der innovativste Wirtschaftszeig. (2)
  • der Zwang zu wirtschaftlichem Verhalten.
    Die Knappheit der Mittel macht den effizienten Umgang mit den Ressourcen auch im Gesundheitswesen zwingend notwendig. Effizienz meint damit nicht Kostendämpfung an sich sondern die Suche nach einem angemessenen nutzer- und nachfragerorientierten Kosten-Nutzen-Verhältnis (Value for Money).  
  • die vielfältigen menschlichen Ansprüche,
    die sich in gesellschaftlich und individuell veränderten Bedarfen, Bedürfnissen, Werten, Erwartungen und Wünschen von Experten, Mitarbeitern, Fachkräften, Kunden, Patienten und Angehörigen äußern.

Konformität zwischen den Interessen aller entscheidenden Stakeholder ist eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Innovations- und Veränderungsprozesse.

Das IDC beschäftigt sich daher vor allem mit den Schnittstellen zwischen den Bereichen Mensch-Technik-Ökonomie und hat damit von der kreativen Idee bis zur Nutzenbewertung bestehender Lösungen den gesamten Innovationsprozess im Blick. Mit unserem umfassenden Forschungsansatz werden alle Perspektiven berücksichtigt.

 

(1) Bundesministerium für Gesundheit (2016). Bedeutung der Gesundheitswirtschaft 
www.bmg.bund.de/themen/gesundheitssystem/gesundheitswirtschaft/bedeutung-der-gesundheitswirtschaft.html (Stand: 29.8.2016)

(2) Bundesministerium für Gesundheit (2016). Gesundheitswirtschaft im Überblick
www.bmg.bund.de/themen/gesundheitssystem/gesundheitswirtschaft/gesundheitswirtschaft-im-ueberblick.html (Stand: 29.8.2016)

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Der SIEB-Ansatz

zur Unterstützung der Innovationsprozesse im Gesundheits- & Sozialmarkt. 

Social - Akzeptabilität von Innovation (ELSI)

Um Fehlentwicklungen zu vermeiden, müssen Innovationen und Veränderungen hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Auswirkungen bewertet werden. Auf Grundlage eines werteorientierten Menschenbilds werden mit entsprechenden Methoden ethische, rechtliche und soziale Fragestellen (ELSI) behandelt.

Die Antwort gibt Orientierung, unter welchen Bedingungen neuartige Lösungen grundsätzlich akzeptierbar sind. (Akzeptabilität)

Individual - Akzeptanz von Innovation

Innovationen und Veränderungen entfalten erst dann ihre Wirkung, wenn Sie von den Anwendern, Nutzern und Nachfragern umfänglich akzeptiert werden.

In diesem Bereich werden alle Themen zur individuellen Akzeptanz behandelt. Dazu gehören über Bewertungen zur Nützlichkeit, zur Nutzbarkeit (Usability) und der Barrierefreiheit (Design-for-All) auch Fragen zur belastbaren Nachfrage (Präferenzmessungen, Zahlungsbereitschaften) im Umfeld konkurrierender Lösungsoptionen.

Mit dem „Komitee für Zukunftstechnologien“ des Forschungsinstituts steht dem IDC ein Anwenderpool zur Verfügung, der bei allen partizipativen Verfahren und nutzerzentrierten Entwicklungen zur Anwendung kommt.

Economics - Finanzierbarkeit von Innovation

Die Gesundheitsbranche ist einer der am stärksten regulierten Märkte in Deutschland. Für einen Erfolg auf dem ersten Gesundheitsmarkt ist der Nachweis einer adäquaten Kosten-Nutzenrelation von höchster Bedeutung.

Im Bereich Economics werden die Effekte einer Produkt- Dienstleistungs- oder Prozessinnovation auf volkswirtschaftlicher Ebene antizipiert, modelliert oder evaluiert. Besonderes Gewicht erhält die gesundheitsökonomische Wirkungsanalyse, die eine der Grundlagen zur Entscheidungsfindung auf Kostenträgerseite darstellt.

Business Development - Wertschöpfung durch Innovation

Technische Innovationen, wirtschaftlicher Druck, gesellschaftliche Rahmenbedingungen oder neue Anforderungen und Bedürfnisse verändern bekannte oder erzeugen neue Wertschöpfungspotenziale.

Im Bereich Business Development wird herausgearbeitet, unter welchen Bedingungen Innovationen wirtschaftlich erfolgreich sein können. In Geschäftsmodellen werden Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Verwertungen formuliert, durch Prozessanalysen werden Qualitäts- und Effizienzpotenziale auf Seiten der Anwender quantifiziert.

Echte Interdisziplinarität für bessere Antworten

Um den vielfältigen Perspektiven gerecht zu werden, ist das Team des Forschungsinstituts interdisziplinär (Gesundheitswissenschaft, Gesundheitsökonomie, Volks- und Betriebswirtschaft, Soziologie, Gerontologie und Sportwissenschaft) zusammengesetzt. Ergänzend steht das Team in engem Austausch mit den Professuren der WLH (u.a. Bio- & Medizinethik, Wirtschafts- und Sozialethik, Pflegewissenschaft, Innovations- & Veränderungsmanagement).

Anschrift und Besucheradresse

Forschungsinstitut IDC
Merkurstraße 41 / Südstadtpark
90763 Fürth

Telefon: 0911/76 60 69-0
Telefax: 0911/76 60 69-29

idc(at)wlh-fuerth.de

Institutsleiter

Prof. Dr. Jürgen Zerth
+49 (0)9 11 / 76 60 69 - 21