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Pflegestrukturen mit dem Sozialraum verbinden – Ringvorlesungsreihe „wer pflegt morgen?“ eröffnet

Die Frage der Weiterentwicklung von Pflege und Betreuung stellt eine der großen sozialpolitischen Herausforderungen in der Zukunft dar. Der „Pflegedienst der Nation“, die Angehörigen, die ca. noch 70 % der ambulanten Pflege schultern, werden schon aus demographischen Gründen nicht mehr zu Verfügung stehen. Wer soll künftig pflegen? Diese Frage ist das Generalthema der neuen Ringvorlesungsreihe „Pflege 2030“ an der Wilhelm Löhe Hochschule Fürth und mit Bernhard Schneider, dem Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung GmbH, dem größten Altenhilfeträger in Baden-Württemberg konnte ein ausgewiesener Experte für den Eröffnungsvortrag der Ringvorlesungsreihe gewonnen werden.

Bernhard Schneider plädierte dafür, Organisationslösungen für eine Pflegeversorgung zu entwickeln, die Teilhabe und Selbstbestimmung in den Mittelpunkt stellen. Hier müssen stationäre Anbieter umdenken, um flexibler auf Betreuungs- und Versorgungsbedarfe von gepflegten Menschen als auch den pflegenden Angehörigen eingehen zu können. Daher könne eine Ergänzung stationärer Strukturen um spezielle Wohngruppenmodelle, die sich mit Angeboten ambulanter Versorgung und Betreuung verknüpfen können, eine geeignete Zukunftsoption sein. Es gehe darum, den Sozialraum mit einem gelungenen Mix aus professionalisierter Pflege, Förderung ehrenamtlicher pflegerischer Strukturen und gelungenen Technikeinsatz weiterzuentwickeln. In einer regen Diskussion wurde die Bedeutung einer Pflegeentwicklung skizziert, die sowohl über Sektorengrenzen hinweg als auch ins Quartier hinein angelegt ist. Die finanziellen Ungleichgewichte zwischen Betreuungs- und Behandlungspflege im Vergleich von ambulanter und stationärer Pflege seien daher nicht förderlich. Bernhard Schneider stellte einige Innovationsprojekte der Evangelischen Heimstiftung vor, die versuchen lebenslagenorientiert die Kompetenzen von Menschen mit Betreuungs- und Pflegebedarf vor Ort zu fördern. Ein Entwicklungsansatz dazu sei das Projekt ALADIEN, das Technik in der Wohnumgebung mit Informationsstrukturen für professionelle Pflegekräfte und ehrenamtliche Helfer koordinieren hilft.

Bernhard Schneider, Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung, stellte alternative Lösungen zwischen Professionalisierung, technischer Entwicklung und Einbindung ehrenamtlicher Kräfte vor.
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