Das Wilhelm Löhe Institut für Ethik der Gesundheits- und Sozialwirtschaft (WLE)

WLH Studierende bereichern wissenschaftliche Tagung des WLE

Tagung Ethik und Soziale Marktwirtschaft Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft (ASM) Bamberg
Tagung des Arbeitskreises „Ethik und Soziale Marktwirtschaft“ (AK ESMA) der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft (ASM) in Bamberg

Mit Julia Schneider, Stephanie Heid und Roberta Schlüter haben sich Anfang Dezember 2017 gleich 3 WLH-Studierende wissenschaftliche Sporen verdient. Sie nahmen gemeinsam mit Vizepräsident Prof. Jürgen Zerth an der Tagung des Arbeitskreises „Ethik und Soziale Marktwirtschaft“ (AK ESMA) der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft (ASM) teil. Dieser wird vom Ethikinstitut der WLH gemeinsam mit dem Institut für ökonomische Bildung Münster jährlich ausgerichtet. Diesmal ging es in Bamberg thematisch etwa um eine aktuelle Auslegung der Sozialen Marktwirtschaft, um die sozialen Folgen der Massenzuwanderung u.a. Stephanie Heid war dazu auch als Referentin nominiert worden. Der Bamberger Alt-Erzbischof Karl Braun stellte abends dem Kreis in bestechender Klarheit Thesen zu einem neuen missionarischen Profil der Kirche in der Gesellschaft vor. Zum rahmenden Kulturprogramm gehörten im Weltkulturerbe Bamberg kenntnisreiche wie kurzweilige Führungen in Stadt und Dom ebenso wie zum urigen Abendessen die Würdigung Bambergs als Stadt der Biere. Das anspruchsvolle wie abwechslungsreiche Programm macht den AK ESMA so zunehmend auch für jüngere Teilnehmer attraktiv, was die Initiatoren Prof. Christian Müller (Münster) und Elmar Nass (WLE) besonders freut.

Call for Papers für Studierende

Das Wilhelm Löhe Institut für Ethik der Gesundheits-und Sozialwirtschaft (WLE) und die Zeitschrift für Marktwirtschaft und Ethik (ZfME)/ Journal of Markets and Ethics Call for Papers lädt alle Studierenden relevanter Disziplinen zur Studierendentagung am 19.04.2018 zum Thema „Ethik und Wirtschaftlichkeit im Gesundheits- und Sozialwesen“ ein. Hierfür muss ein Positionspapier eingereicht werden, wobei folgende Richtlinien zu beachten sind:

Willkommen sind systematische oder anwendungsbezogene Beiträge. Auch Seminar- und Abschlussarbeiten, die nach dem 30.9.2016 an einer Hochschule abgegeben wurden, können Grundlage eigereichter Papers sein. Abstracts (max. 500 Wörter) sind bis einschließlich 30.11.2017 in digitaler Form einzureichen bei Frau Roberta Schlüter vom WLE: roberta.schlueter(at)wlh-fuerth.de.

Weitere Infos in der Ausschreibung.

Buchrezension

Roberta Schlüter Ethik WLE Wilhelm Löhe Institut Ethik
Roberta Schlüter

Thomas Grundmann, Achim Stephan u.a. (Hrsg.): "Welche und wie viele Flüchtlinge sollen wir aufnehmen?". Philosophisches Essay. Philipp Reclam jun. Verlag GmbH Stuttgart 2016.

Im Jahr 2015 wurde von der Bundesregierung beschlossen, die deutschen Grenzen nicht zu schließen und sich den mit dem Flüchtlingsstrom wachsenden Herausforderungen und Problemen zu stellen, die nicht allein Deutschland, sondern ganz Europa betreffen. Die kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen dieses Zustroms sind in all ihren Ausmaßen auch bis jetzt noch unklar. Die Sozialphilosophie bietet für die damit komplexen Wertediskussionen die Möglichkeit, moralische Prioritäten vorzuschlagen, unterschiedliche Blickwinkel und Perspektiven zu beleuchten und so eine Unterstützung für die mündige Meinungsbildung anzubieten, die idealerweise in gut begründete konkrete wie verantwortliche Politik einmündet.

Während einer Fachtagung der Gesellschaft für analytische Philosophie 2015 in Osnabrück wurde dieses Thema aus sozialphilosophischer Sicht diskutiert. Ein Ergebnis war, dass die Philosophie zu diesem Thema nicht schweigen sollte. Daraus ergab sich das Ausschreiben einer Preisfrage: „Welche und wie viele Flüchtlinge sollen wir aufnehmen?“

Dr. H. Fricke Sonnenschein vom Reclam Verlag stieß die Veröffentlichung eines Sammelbandes mit zehn von der Jury ausgewählten Essays an.

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Wirtschaftlichkeit und Wertebindung im Gesundheitswesen – Ein Widerspruch?

Studentenworkshop Wilhelm Löhe Institut für Ethik Fürth Zeitschrift für Marktwirtschaft und Ethik (ZfME) WLH IDC Forschungsinsitut

Fürth – Das Wilhelm Löhe Institut für Ethik der Gesundheits- und Sozialwirtschaft (WLE) hat in Kooperation mit dem IDC Forschungsinstitut Fürth und der Zeitschrift für Marktwirtschaft und Ethik (ZfME) / Journal of Markets and Ethics zum ersten interdisziplinären Studentenworkshop an die Wilhelm Löhe Hochschule in Fürth eingeladen.

Wirtschaftlichkeit und Wertebindung im Sinne der Humanität gelten neben der Professionalität bei vielen Trägern im Gesundheitswesen als grundlegende Säulen ihres Unternehmensprofils. In welchem Verhältnis diese Ziele zueinander stehen, wie sie konkret inhaltlich gefüllt werden und wie im Konfliktfall zwischen ihnen abgewogen werden soll, das ist keineswegs evident. Fragen einer gerechten Mitarbeiterführung und eines evidenzbasierten Managements lassen sich genauso in die Thematik einzuordnen wie Fragen zur Würde der Pflegekraft und Fragen zur Sterbehilfe.

Diese und weitere Fragen diskutierten am 06.04.2017 ausgewählte Studierende verschiedener Hochschulen und Universitäten aus Deutschland im Rahmen eines interdisziplinären wissenschaftlichen Studentenworkshops an der Wilhelm Löhe Hochschule. Dazu mussten Studierende im Vorfeld Positionspapiere einreichen, die einem Begutachtungsverfahren unterzogen wurden. Die besten Arbeiten bekommen die Chance in der Zeitschrift für Marktwirtschaft und Ethik (ZfME) / Journal of Markets and Ethics publiziert zu werden.

Das auf Initiative der Wilhelm Löhe Hochschule 2015 gegründete Wilhelm Löhe Institut für Ethik der Gesundheits- und Sozialwirtschaft (WLE) beschäftigt sich mit ethischen Fragestellungen im Gesundheits- und Sozialmarkt und ergänzt die ökonomische, technische und gesundheitswissenschaftliche Perspektive durch eine stimmige Werteorientierung.

Buchrezension

Martin Oppelt Student Fürth WLH Wilhelm Löhe Hochschule

Fredmund Malik (2006): Führen, Leisten, Leben: Wirksames Management für eine neue Zeit, 2. Auflage, Campus Verlag Frankfurt/ New York 2006.

In diesem Bestseller versucht der Autor seine Erfahrungen im Bereich des Managements weiter zu geben. Zu diesem Zweck zeigt er einen Ansatz auf, der wie er selbst hofft, Klarheit in die Welt der Führungskräfte bringen soll. Malik glaubt an die Erlernbarkeit der notwendigen Fähigkeiten, um in einer Führungsposition wirksam sein zu können. Damit weicht er von der weit verbreiteten Vorstellung ab, Talent sei eine unbedingte Voraussetzung für Management. Mit einer Aufklärung über die nach seiner Meinung tatsächlichen Möglichkeiten und Leistungen der Manager führt Malik gleich am Beginn die wesentlichen Thesen seines Ansatzes ein:
1.) Die Resultatorientierung und das Schaffen von Verantwortungsbewusstsein stehe im Management im Mittelpunkt. Es sei notwendig, dass sich Führungskräfte vor allem die Qualität der Wirksamkeit ihres Handelns vor Augen halten.
2.) Management soll als ein eigener Beruf betrachtet werden. Dieser Beruf könne in vier Charakteristika aufgeteilt werden: Grundsätze, Aufgaben, Werkzeuge und Verantwortung.

Durch diese Hauptthesen schafft Malik die leitende Grundstruktur für seine großen Kapitel: Professionalität – Grundsätze wirksamer Führung – Aufgaben wirksamer Führung – Werkzeuge wirksamer Führung.

Der erste Teil des Buches befasst sich mit der Professionalität in der Führungsebene. Hier kritisiert Malik die nach seiner Meinung bisherigen Irrlehren: so etwa eine Theorie, die den gesamten Erfolg des Unternehmens von den Einzelleistungen abhängig macht. Malik bietet dazu alternative Möglichkeiten an und erläutert ausführlich seine Sicht. Danach solle Management als ein eigener Beruf wahrgenommen werden. Im zweiten Teil geht der Autor auf die „Grundsätze wirksamer Führung“ ein. Dabei stehen u.a. die Resultatorientierung, das Ausschöpfen der Stärken und positives Denken im Vordergrund. Malik thematisiert hier Fragen von Motivationsstrategien und deren Wirkung auf den Mitarbeiter sowie deren Bedeutsamkeit für das Unternehmen. Die Erkenntnis der Ganzheit müsse für ihn dabei in den Mittelpunkt gestellt werden. Im dritten Teil werden die Aufgaben der Führungsebene diskutiert. Mit Hinweisen zu Organisation und Kontrolle der Entscheidungsfindung versucht Malik, den Leser für seine Methoden zu begeistern. Der vierte Teil widmet sich den Werkzeugen der erfolgreichen Führung. Mit sieben Bausteinen (wie z.B. Job Design, effiziente Organisation von Sitzungen, Ideen zur motivierenden Leistungsbeurteilung u.a.) gibt der Autor Anhaltspunkte, wie erfolgreiche Führung gelingen kann. Mit diesem letzten großen Kapitel rundet Malik sein Handbuch ideenreich ab.

Insgesamt ist der Aufbau des Buches stringent nachvollziehbar. Zu Beginn der jeweiligen Teile findet sich jeweils eine kurze einführende Übersicht zu den folgenden Inhalten, die es dem Leser erlaubt, einen kurzen Überblick zu gewinnen. Am Ende folgt jeweils eine Zusammenfassung. Diese eigentlich positiv zu bewertenden Vor- und Rückblicke werden aber überzogen und wirken deshalb oft redundant. Zu häufig werden die Gedankengänge des Autors wiederholt, so dass das Buch an manchen Stellen künstlich in die Länge gezogen erscheint. Zwar gelingt es Malik so, die für ihn bedeutungsvollen Aspekte klar herauszustellen. Doch kann das beim Leser leicht Desinteresse hervorrufen oder den Anschein der Einfallslosigkeit erwecken. Der Schreibstiel ist schon beim ersten Lesen leicht zugänglich. Auf schwierige Fachbegriffe wird weitgehend verzichtet. Bei den wenigen Ausnahmen liefert der Autor eine kurze, prägnante Erklärung oder Definition mit. Damit ist es auch einem Fachfremden möglich, die verschiedenen Vorgänge, Problemstellungen und Strategien im Rahmen einer Führungsposition leicht zu erkennen.

Der Argumentationsgang wirkt meist glatt und kalkulierend. Doch gibt es einige Passagen, in denen dies – beinahe wohl unbeabsichtigt – einem intellektuellen Humor weicht. Es gelingt Malik jeder Zeit einen logischen Zusammenhang zwischen den einzelnen Kapiteln herzustellen. Seine Argumentation ist stets präzise und logisch. Wenn er beispielsweise den Stellenwert von strukturierter Ausdrucksweise beleuchtet, erläutert er u.a. die Probleme des hohen Interpretationsspielraums für einzelne Stichworte oder Grafiken.

Malik gewährt aus seiner Sicht einen ersten Einblick in die Welt des Managements. Dabei bringt er seine fachliche Kompetenz mit einfachen Worten zum Ausdruck und ermöglicht dem Leser einen leichten, aber dennoch sehr informativen Einstig in das Themenfeld. Besonders für neue Führungskräfte mit wenig Erfahrung ist das Buch absolut geeignet, gleichgültig, ob sie gerade ihr Studium abgeschlossen haben, oder sich ihre Position durch ihr langjähriges Tun im Unternehmen erarbeiten konnten. Ebenso können Studierende von dem Werk als Begleitlektüre profitieren, die ihre Zukunft in der Führungsebene noch vor sich haben, da ihnen Lösungsvorschläge für die Probleme in der praktischen Umsetzung aufgezeigt werden. Auch Manager mit Berufserfahrung bekommen die Möglichkeit, neue Eindrücke und Vorschläge für eine Verbesserung ihrer bisherigen Konzepte zu gewinnen. Daher kann für das Buch aus Sicht der Managementpraxis eine unbedingte Empfehlung ausgesprochen werden.

Eine bedingte Empfehlung hingegen ist angemessen für die, die einen allgemeinen Ratgeber für den Aufbau einer effizienten Führungskultur suchen, da wesentliche Kapitel im Buch diese Themengebiete nur wenig betreffen. Als Zusatzlektüre kann es in diesem Fall allerdings dennoch hervorragend genutzt werden. Insgesamt stellt das Buch eine sinnvolle Ergänzung im Themengebiet der Führungspraxis dar, ohne aber eine in sich systematische Führungstheorie aufzuziehen.

Martin Oppelt