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Das Wilhelm Löhe Institut für Ethik der Gesundheits- und Sozialwirtschaft (WLE)

Gesundheit - Managementaufgabe mit Zukunft

Eine Branche, die neue Antworten sucht, ein Studienfach, das Sinn und Vielfalt bietet, attraktive Berufsaussichten: Mit gutem Grund hat Gesundheitsmanagement auf der Liste der Wunschfächer heute einen hohen Stellenwert. Im Kontakt mit Studienplatzbewerbern, ihren Freunden und Eltern zeichnet sich jedoch auch Erklärbedarf ab:

  • Worum genau geht es bei diesem facettenreichen Berufsbild?
  • Was umfasst ein Studium in Gesundheitsmanagement?
  • Und was ist an den Studiengänge der WLH anders?
Prof. Dr. Jürgen Zerth

Im Gespräch mit Prof. Dr. Jürgen Zerth, Mitglied der Hochschulleitung und Studiengangsleiter an der Wilhelm Löhe Hochschule. 

Warum ist Gesundheitsmanagement als Studiengang stark im Kommen?

"Wir glauben, dass die Breite und Vielfalt den Reiz ausmacht. Gesundheitsmanagement ist für Menschen, die sich für Wirtschaft, soziale Organisation, Ethik oder alle drei Bereiche interessieren – in welchem anderen Fach gibt es das so? Und es ist eine Berufswahl, die Sicherheit bietet: Kein Wirtschaftszweig wächst so stabil und nachhaltig wie das Gesundheitswesen, das mittlerweile 12% vom Bruttoinlandsprodukt, 7,2 Millionen Arbeitnehmer und  ein für alle Lebensbereiche und Altersgruppen der Gesellschaft unverzichtbares Lösungsangebot umfasst. Unsere Absolvent*innen schätzen aber auch die wachsende Vielfalt der Einsatzfelder für Gesundheitsmanager, denn diese werden an unterschiedlichsten Stellen gebraucht: vom lokalem Krankenhaus, das auf patientenorientierte Prozesse umstellt, bis zum internationalen Medizintechnikkonzern, der das Personal einer Klinik in seine Produktentwicklung einbeziehen möchte. Und auch jenseits von Gesundheitseinrichtungen und -industrie werden Gesundheitsmanager zunehmend gesucht, z.B. im betrieblichen Gesundheitsmanagement, in der Innovations- und Unternehmensberatung, in Behörden, Bildungseinrichtungen und Verbänden." 

Was brauchen Gesundheitsmanager heute, um für ihre berufliche Zukunft gut gerüstet zu sein?

"Gesundheitsmanagement oder Management im Gesundheitswesen stand früher vornehmlich für betriebswirtschaftliche Aufgaben wie Kostenkontrolle oder die betriebliche Steuerung. Heute ist Gesundheitsmanagement ein vielseitiger, interdisziplinärer Beruf an der Schnittstelle von Ökonomie, Medizin und Ethik. Und genau das macht ihn auch so spannend und anspruchsvoll, denn im Berufsalltag muss man häufig mit drei unterschiedlichen „Köpfen“ denken! Nehmen wir beispielsweise den Übergang eines Patienten vom Krankenhaus in die Reha : Diese sensible Phase muss organisatorisch, finanziell und qualitativ so gestaltet werden, dass alle Beteiligten mit dem Ergebnis einverstanden sein können: der Patient, die beteiligten Leistungserbringer und letztlich auch die Krankenversicherung. Wir sprechen deshalb auch vom „Schnittstellen-Management“. Dieser Trend im Gesundheitswesen schafft Raum für Gestalter- und Manager*innen, die es verstehen, zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und Patientenbedürfnissen zu vermitteln. Für uns als WLH gab er den Anstoß, unsere Studiengänge anders aufzubauen: als Dreiklang aus Wirtschaft, Gesundheitswissenschaften und Ethik."

Was bedeutet dieser Dreiklang für das Studienprogramm der WLH?  

"Wer bei uns Gesundheitsmanagement im Bachelor- oder Masterprogramm studiert, verschafft sich zunächst ein breites fachliches und wissenschaftliches Fundament, von klassischen Disziplinen wie Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Gesundheitsökonomie, Pflegewissenschaften und Medizintechnik bis zu Innovations- und Changemanagement, Wirtschafts- und Medizinethik. Was anders ist: Auch „Klassiker“ wie die BWL werden bei uns von Anfang an sehr praxisnah vermittelt, d.h. mit vielen Beispielen aus Einrichtungen und Unternehmen des Gesundheitswesens. Auch vermitteln wir das für Gesundheitsmanager unverzichtbare Handwerkszeug wie Projektmanagement und Prozessmoderation. Dazu kommt der Bereich der persönlichen Entwicklung, der sich bei uns in einer klaren ethischen Haltung, in Selbstständigkeit und hoher sozialer Kompetenz ausdrückt. „Der Mix macht’s“, sagen unsere Absolventen.

Worin unterscheidet sich die Lehre an der WLH? 

"Uns war es von Anfang an wichtig, die unterschiedlichen Studienpläne  und das Zusammenspiel zwischen den Dozenten eng miteinander zu verzahnen. Die Studierenden werden so sehr interdisziplinär an die Inhalte und praktischen Erfahrungen heranführt, genauso, wie sie es später im Berufsalltag erleben werden. Dieser Blick über den Tellerrand hinaus prägt sich bei unseren Studierenden tief ein und er kommt auch bei unseren Praktikumspartnern und potentiellen Arbeitgebern sehr gut an."

Inwiefern ist ein WLH-Studium in Gesundheitsmanagement eine gute Vorbereitung auf den Berufsmarkt? 

"Das deutsche Gesundheitssystem ist ein großes, sensibles Netzwerk aus vielfältigen Akteuren – selbst kleinere Einrichtungen haben mit vielen unterschiedlichen Berufen und Fachrichtungen zu tun. Unsere Absolventen sind in der Lage, sich schnell und sensibel in diese Gruppen und Organisationsstrukturen hineinzuversetzen und sie bei ihren Bedürfnissen abzuholen. Und wer gelernt hat, das Zusammenspiel von Ärzten, Pflegepersonal, Patienten und Angehörigen zu orchestrieren oder zwischen den Interessen dieser Gruppen zu vermitteln, hat in diesem Berufsfeld einen großen Vorteil. Deshalb werden in unseren managementorientierten Fächern und Praxisprojekten so genannte „Soft Skills“ wie kommunikative Kompetenzen, der Umgang mit Gruppen und Feedback-Situationen ausgiebig eingeübt.

Ein Startvorteil unserer Absolventen ist auch, dass sie an Probleme anders herangehen: Sie suchen die Lösung nicht im Alleingang, sondern binden andere im Team mit ihrem Know-how frühzeitig ein. Das ist wichtig, denn Silodenken und Spezialistentum können sich Organisation im Gesundheitswesen schlichtweg nicht mehr leisten – heute sind Generalisten gefragt. Der dritte Startvorteil, den unsere Absolventen und Absolventinnen mitbringen: Sie können wirtschaftlich denken und ihre Entscheidungen begründen, aber sie verstehen Gesundheitsversorgung auch als ethisch-gesellschaftliche Aufgabe. Und wir als WLH vertreten die Überzeugung: Im Gesundheitswesen sollte man den Menschen und die Gesellschaft immer in gleicher Weise im Blick behalten."   

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