Effiziente Dauerverordnung medizinischer Güter – ISDV

Erfolgreiches Pilotprojekt zur Effizienzsteigerung bei der Dauerverordnung medizinischer Güter abgeschlossen
Das durch das bayerische Wirtschaftsministerium geförderte Projekt zur Effizienzsteigerung bei der Dauerverordnung medizinischer Güter ISDV ist im Dezember 2016 mit großem Erfolg abgeschlossen worden. Mit ISDV wird die wiederholte Bereitstellung von Rezepten und den dazugehörenden medizinischen Gütern im deutschen Gesundheitswesen wesentlich vereinfacht. „Dabei ist vor allem eine erwartete und faktische Erhöhung der Prozess- und Ergebnisqualität festzustellen“ bewertet die wissenschaftliche Akzeptanzanalyse am Ende des Pilotprojektes.

Zentrale Projektpartner waren das mittelständische Familienunternehmen Voigtmann GmbH, Nürnberg als Ideengeber und Projektkopf und der Spezialist für medizinische Ernährung Nutricia GmbH, Erlangen. Die Nutricia GmbH, als repräsentativer Leistungserbringer, stellte für das Projekt ihre Strukturen im Gesundheitsmarkt bereit. Getragen wurde das Projekt zudem durch Partner in der Ärzteschaft und durch die gesetzlichen Krankenkassen SBK und DAK. Die wissenschaftliche Begleitung und Akzeptanzanalyse wurde durch das Forschungsinstitut IDC der Wilhelm Löhe Hochschule für angewandte Wissenschaften, Fürth durchgeführt. Die Förderung des bayerischen Wirtschaftsministeriums erfolgte im Rahmen der Bayerischen Gesundheitswirtschaft und der Modellregion für digitale Gesundheitswirtschaft Franken.

Kurzbeschreibung des Projektes
Patienten, die dauerhaft mit einem verschreibungsfähigen Arzneimittel oder einem anderen medizinischen Gut versorgt werden müssen, benötigen in regelmäßigen Abständen eine neue Verordnung durch den behandelnden Arzt. In der Regel wird nach Verbrauch der verordneten Menge ein neues Rezept durch den Patienten selbst, bzw. durch eine ihn betreuende Person oder Einrichtung formlos beim Arzt angefordert. Üblicherweise erfolgt das auf Basis eines Telefonats, Briefes, Fax, einer E-Mail oder einer persönlichen Vorstellung. Das vom Arzt ausgestellte Rezept geht zurück zum Patienten, bzw. an die ihn betreuende Person oder Einrichtung und wird von dort aus eingelöst.

Dabei ist von Nachteil, dass zur wiederholten Ausgabe des gleichen medizinischen Gutes oder Medikaments mit der formlosen Anforderung, dem Ausstellen und der Einlösung der Rezepte ein unverhältnismäßig hoher Aufwand erforderlich ist. Dazu kommt eine hohe Fehleranfälligkeit bei der formlosen Anforderung des Rezeptes, bedingt durch Übertragungsfehler, ungenaue oder falsche Angaben bezüglich Produkt und Menge. Eine formlose Anforderung kann verloren gehen oder falsch interpretiert werden. Hinzukommen Probleme, die sich aus den vorgegebenen zeitlichen Abläufen und der zeitlich begrenzten Gültigkeit der Rezepte ergeben.

Das ISDV-System vereinfacht die wiederholte Bereitstellung von Rezepten sowie die Auslieferung der dazugehörenden medizinischen Güter nun wesentlich. ISDV steuert, prüft und überwacht den gesamten Ablauf der wiederholten Bereitstellung von Rezepten und die Auslieferung der Arzneimittel bzw. verschreibungsfähiger medizinischer Güter.

Übergabe der Abschlusspräsentation und Projektdokumentation an den Vertreter der Bayerischen Gesundheitswirtschaft; v.l.n.r: Prof. Dr. Jürgen Zerth (IDC), Dagmar Dehler (Nutricia GmbH), Peter Voigtmann (Voigtmann GmbH), Dr. Christoph Pinkwart (Bayerische Gesundheitswirtschaft).