Innovationen dank gut organisierter Diversität – Vortrag von Herna Munoz-Galeano zu Innovationen als Geschäftsmodell

Innovationsprozesse gerade im Gesundheitswesen leiden daran, dass es nicht genüge, nur technisch realisierbare Ideen zu entwickeln. Letztendlich gelte es einen willentlichen und gezielten Veränderungsprozess anzustoßen, der immer mehr sei als die Einführung eines Produkts, sondern mehrdimensional Bezugs- und Organisationsebenen etwa in der Gesundheitsversorgung im Fokus haben müsse. Mit dieser Schlussfolgerung kennzeichnete Herna Munoz-Galeano, Geschäftsführerin der HMG Systems Engineering GmbH in Fürth(http://www.hmg-systems-engineering.com), Grundbedingungen einer auf Innovation angelegten Strategie. Herna Munoz-Galeano, die im Jahr 2016 als Engineer Power Woman auf der Hannover Messe ausgezeichnet wurde, leitet ein Ingenieursbüro mit über 32 Experten aus 13 Fachrichtungen und unterschiedlichen Nationen mit Standort in Fürth und war auf Einladung von Prof. Jürgen Zerth im Rahmen der Vorlesungsreihe „Aktuelle Fragen der Gesundheitsökonomie und des Gesundheitsmanagements“ an die WLH gekommen. Herna Munoz-Galeano konnte vor dem Hintergrund ihrer eigenen Biographie über die Schwierigkeiten berichten, Innovationsprozesse in teilweise hierarchischen und auch patriarchalischen Organisationsformen umzusetzen. Für sie und für die Mitarbeiter bei HMG gelte das Prinzip Innovationen im Gleichklang zwischen der Zielsetzung, den gesellschaftlichen Auswirkungen und den unterschiedlichen Perspektiven der Mitarbeiter zu entwickeln. Diversität, Mut Fehler zu bekennen, daraus zu lernen sowie die Methode der „Funktionalen Anatomie (holistischer Blick auf die Problemstellung) seien die Schlüssel zum Erfolg, so Herna Munoz-Galeano in ihrem energischen Plädoyer. Gerade Studierende hätten die Chance „Diversität als Chance“ zu erkennen, wenn es gelingt eine passende Führungskultur umzusetzen. Es werde oft über innovationsfördernde Strategien gesprochen, jedoch seien letztlich die Offenheit zwischen allen Mitarbeitern einschließlich der Führungskräfte und auch der Mut zum konstruktiven Austausch ein wesentlicher Baustein zum Erfolg. An einigen Projektbeispielen, etwa die zentralen Zugsteuerung für die neueste ICE-Generation als auch Beispiele innovativer Medizinprodukte konnten die Studierenden von Umsetzungsbeispielen dieser Unternehmenskultur durch Frau Munoz-Galeano erfahren. Ein exemplarisches Projekt stellt die Entwicklung des PGXpert-Systems dar, mit dem es gelingt, mittels eines pharmakogenetischen Ansatzes Phänotypen in Hinblick auf die Verstoffwechselung von Arzneimitteln zu erkennen und mit einem Check auf Arzneimittelinteraktionen zu kombinieren. Behandelnde Ärzte erhalten so eine Unterstützung für eine optimierte, personalisierte Medikation. Die erste Referenzimplementierung im Praxisnetz Nürnberg Süd zeige bereits sehr gute Erfolge, so Herna Munoz-Galeano. Nun gelte es vor allem diese Lösung gezielt in die Breite zu bringen. Das Projekt PGXperts konnte nur gelingen, da eine Kultur des kontinuierlichen „Bessermachens auch aus Fehlern“ von Beginn an die Maxime war.